252 Aufrufe,  1 Heute

Anzeige

 

Rohstoffe sind in unserer Welt zu einer Art Machtinstrument geworden. Manche Chemikalien und Verbindungen sind elementar für bestimmte Industriezweige. Eine Knappheit kann ganze Länder ins Chaos stürzen und das Machtgefüge in der Welt verändern. Wenn nicht sogar Kriege auslösen.

Seltene Erden sind zum Beispiel solche Mineralien, auf die China nahezu ein Monopol hat. Elektroauto-Pionier Tesla weist darauf hin, dass Kupfer, Nickel, Lithium und verwandte Mineralien wichtige Komponenten sind für die Produktion von Elektrofahrzeugbatterien. Auch dort wird der weltweit steigende Verbrauch die Vorräte knapp werden lassen. Der chemischen Industrie fällt dann die Aufgabe zu Möglichkeiten für Ersatz zu finden.

Ein Stoff, der ebenfalls knapper werden wird ist Propylen – auch Propen genannt. Propylen ist ein farblos-geruchloses Gas, das brennbar ist. Gewonnen wird es bei der Herstellung von Benzin. Es spaltet sich thermisch vom Erdöl ab. In der Industrie ist es zu einem wichtigen Grundstoff geworden. Wir sehen uns Propylen genauer an, zeigen auf wofür es verwendet wird und klären auf, wie sich der Propylen-Markt entwickeln könnte.

Propylen – wie wird es gewonnen?

Die Summenformel von Propylen ist C3H6. Es besteht also aus Wasserstoff und Kohlenstoff. Demzufolge gehört es in die Gruppe der Kohlenwasserstoffe. Gewonnen wird Propylen auf zwei verschiedenen Arten: Steamcracking und Propan-Dehydrierung (PDH).

Steamcracking Verfahren

Beim Steamcracken geht es darum längerkettige Kohlenwasserstoffe unter dem Einsatz von Wasserdampf in kurzkettige umzuwandeln. Demzufolge ist das Cracken eine Synthese.

Propan-Dehydrierung (PDH)

Alternativ dazu kann Propylen durch thermisch-katalytische Behandlung von Propan gewonnen werden. Dabei wird Wasserstoff aus der Verbindung abgespaltet.

Wo wird Propylen am Markt verwendet?

Für Schweißarbeiten wird es in Flaschen als Mischung mit Bhutan-Gas abgefüllt.

In industriellen Kälteanlagen wird es unter dem Namen R-1270 als Kühlmittel eingesetzt.

Des Weiteren ist es ein wichtiger Ausgangsstoff, aus dem eine Reihe weiterer Verbindungen hergestellt wird:

  • Aceton
  • Acrolein (Propenal)
  • Acrylnitril
  • Acrylsäure
  • Allylverbindungen
  • Butanal
  • 1-Butanol
  • Polypropylen
  • Propylenoxid
  • 1,2-Propandiol
  • 1,3-Propandiol
  • Thymol

Die allerwichtigste Anwendung ist jedoch die Erzeugung von Polypropylen. Das ist ein Kunststoff, welches durch Polymerisation erzeugt wird. Ungefähr zwei Drittel des weltweiten Aufkommens wird hierfür eingesetzt.

Marktstudien gehen davon aus, dass dieser Industriezweig in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. In immer mehr Industrien werden Kunststoffe als Komponenten eingesetzt, um teure Metalle zu ersetzen.

Mit diesem Trend werden jedoch auch einige Probleme erwachsen. Auf der ganzen Welt werden die Ölvorkommen knapp. Je mehr dies der Fall ist, umso teurer würde Propen dann werden. Zwar sind regenerative Energien auf dem Vormarsch und ersetzen fossile Brennstoffe zunehmend. Doch wenn Knappheit und eine geringere Nachfrage zur gleichen Zeit aufeinandertreffen, würde die Förderung und der Export schlagartig so unrentabel, dass die Gewinnung an sich komplett eingestellt wird.

Vieles ist also möglich in dem Bereich. Aktuell ist Propen jedoch immer noch von hoher Bedetung. Für die Produktion ist momentan ausreichend Vorkommen vorhanden. Gefahren einer Knappheit sind vorerst nicht abzusehen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass sich die weltweiten Vorkommen auf zahlreiche Länder verteilen. Öl gibt es in Afrika, in den USA, im arabischen Raum, in Europa hier und dort und in Südamerika gibt es ebenfalls noch Vorkommen. Kein Land der Welt kann somit alleine den Markt exklusiv kontrollieren, wie es die Chinesen bei den seltenen Erden tun oder bei Neodym, das in Magneten genutzt wird.