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Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt. Sie gehört zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen und erfüllt 2 wichtige Funktionen. In ihr wird ein Bestandteil des männlichen Spermas gebildet. Darüber hinaus ist sie für das Umschalten zwischen Blasenentleerung und Ejakulation verantwortlich. Die etwa kastaniengroße Drüse sitzt unterhalb der Harnblase.

Die häufigsten Erkrankungen der Prostata

Folgende Probleme treten im Zusammenhang mit der Prostata am häufigsten auf:

  • Prostataentzündung (Prostatitis)
  • gutartige Prostatavergrößerung
  • Prostatakrebs

Für jede dieser Erkrankungen gibt es eine wirksame Prostata Therapie. Die Aussichten auf vollständige Heilung sind um so besser, je früher die Erkrankung entdeckt wird.

Wie erkennen Sie, dass mit Ihrer Prostata etwas nicht stimmt?

Erkrankungen der Prostata wirken sich auf die Sexualität und auf das Entleeren der Harnblase aus. Die Prostata vergrößert sich bei verschiedenen Krankheiten. Da sie die Harnröhre umschließt, wird das Urinieren immer schwerer. Der Strahl wird schwächer und die Blase kann nicht mehr vollständig entleert werden. Es kommt zu häufigen Wasserlassen, auch nachts. Gleichzeitig kann es zu Erektionsstörungen kommen. Das heimtückische an den Symptomen ist der Fakt, dass sie sich schleichend einstellen. Viele Betroffene tun sie als Anzeichen des Alters oder Stress ab. Eine Ausnahme bildet die Prostatitis, die akute Entzündung der Prostata durch eine bakterielle Infektion. Diese Krankheit ist sowohl durch häufiges Urinieren als auch durch unerträgliche Schmerzen beim Wasserlassen charakterisiert.

Welche Untersuchungsmethoden werden angewandt?

Eine bis heute häufig angewandte Methode ist das Abtasten der Prostata. Der Arzt kann mit seinem Finger die Prostata im After des Patienten ertasten und durch seine Erfahrung beurteilen, ob sie vergrößert ist oder nicht. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung der Prostata, wird Blut entnommen und der PSA-Wert gemessen. Das prostataspezifische Antigen wird bei Prostatitis und auch bei einem Prostatakarzinom verstärkt ins Blut ausgeschüttet. Allerdings ist der PSA-Wert nicht sehr aussagekräftig, da er auch durch Radfahren oder Sex erhöht sein kann.
Diese Untersuchungsmethoden werden durch bildgebende Verfahren ergänzt. Dazu gehören Aufnahmen mit Ultraschall und CT-Scans (Computertomographie). Allerdings lässt sich mit diesen Verfahren nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder um ein Karzinom handelt.

Zum Erstellen der Diagnose kann es erforderlich sein, dass Gewebeproben aus der Prostata entnommen werden. Das klassische Verfahren ist die Stanz-Biopsie. Der Patient erhält eine örtliche Betäubung und der Arzt führt mehrere lange Nadeln (12 – 14 Stück) durch den After ein, um Gewebeproben zu entnehmen und sie im Labor auf Krebszellen untersuchen zu lassen. Bei der Stanz-Biopsie entnimmt der Arzt aber die Proben praktisch auf Gut Glück, da er nicht sehen kann, an welcher Stelle der Prostata er die Proben entnimmt.
Moderne Varianten wie die Elastographie oder das Histoscanning zeigen dem Arzt die Oberfläche der Prostata und erlauben ihm, gezielt Proben aus verdächtig aussehenden Stellen zu entnehmen.

Therapie von Prostatitis

Da es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, ist die Therapie relativ einfach. Sie erhalten Antibiotika, die innerhalb relativ kurzer Zeit die Bakterien abtöten. Die Tabletten müssen regelmäßig zur selben Zeit und genau nach ärztlicher Vorschrift genommen werden. Auch wenn Sie sich schon wieder besser fühlen, darf die Therapie nicht eigenmächtig abgebrochen werden. Unter Umständen wird der Doktor auch Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel) verordnen. Der Erfolg der Prostata Therapie wird durch das wiederholte Messen des PSA-Werts beurteilt. Sobald dieser wieder unterhalb der Nachweisgrenze gesunken ist, zeigt das den Erfolg der Therapie an.

Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung

Die Krankheit ist bei älteren Männern weit verbreitet. Mehr als ein Viertel aller Männer über 50 leidet daran. Sie äußert sich in Potenzproblemen und häufigen Harndrang. Die Lebensqualität wird massiv beeinträchtigt. Die Ursachen der Vergrößerung sind bis jetzt noch unklar. Zur Therapie stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Wenn die Vergrößerung nur leicht ausgeprägt ist, kann sie medikamentös behandelt werden. Die verabreichten Medikamente bewirken ein allmähliches Abschwellen der Prostata.
Sollte die Vergrößerung stärker ausgeprägt sein, kommt die so genannte TUR-P Methode zum Einsatz. Die transurethrale Resektion ist ein minimal-invasiver Eingriff. Das bedeutet, der Doktor verschafft sich Zugang zur Prostata durch die Harnröhre und schabt überflüssiges Gewebe oder gewucherte Knoten ab. Äußerlich hinterlässt der Eingriff keine Spuren. Die Wunden heilen schnell. Die Mehrheit der Patienten fühlen sich nach der OP wie befreit. Sie können endlich wieder nachts durchschlafen ohne ständig zur Toilette gehen zu müssen und mit dem Sex klappt es auch wieder besser.

Therapie bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern und nach Lungenkrebs für die meisten Todesfälle durch Krebs verantwortlich. Er ist deshalb so gefährlich, weil er sehr langsam wächst und lange keine Symptome zeigt. Wenn Symptome auftreten, sind diese unspezifisch und können auch anderen Erkrankungen zugeordnet werden. Außerdem ist es beim Auftreten von Symptomen oft schon zu spät, weil der Krebs bereits Metastasen gebildet hat und nicht mehr auf die Prostata begrenzt ist.
Für die Behandlung von Prostatakrebs stehen mehrere Therapien zur Verfügung.

Beobachten und Warten

Bei dieser Therapieform unternimmt der Arzt nichts. Prostatakrebs wächst sehr langsam. Wenn er sich noch im Anfangsstadium befindet, ist es mitunter besser, nichts zu unternehmen anstatt den Patienten mit einem Eingriff zu belasten, der seine Lebensqualität massiv verschlechtert. Es kommt immer wieder vor, dass der Krebs aus unbekannten Ursachen über Jahre in eine Ruhephase eintritt. Der Patient muss nur regelmäßig zur Untersuchung kommen, damit Veränderungen festgestellt werden können. Falls nötig, kann dann eine andere Prostata Therapie erfolgen.

Hormontherapie

Bei dieser Art der Behandlung wird das Wachstum der Krebszellen durch die Verabreichung von Hormonen gestoppt. Die Therapie hat aber negative Aspekte. Sie kann die Krebszellen nicht entfernen. Die Dauer ihrer Wirksamkeit ist begrenzt. Sie kann das Wachstum des Karzinoms nur vorübergehend hemmen. Zudem haben die Hormone schwere Nebenwirkungen.

Radikale Prostatektomie

Damit ist die vollständige Entfernung der Prostata durch einen chirurgischen Eingriff gemeint. Die Prostata Therapie wird eingesetzt, wenn der Krebs noch auf die Prostata beschränkt ist. Es gibt verschiedene Operationstechniken, beispielsweise neben dem klassischen Schnitt im Unterleib die roboterunterstützte Operation nach der da-Vinci-Methode. Als Folgen der OP treten häufig Harninkontinenz und Impotenz auf.

Strahlentherapie

Bei dieser Behandlung werden die Krebszellen durch radioaktive Strahlen zerstört. Die Bestrahlung erfolgt von außen durch eine „Strahlenkanone“ oder von innen durch „Seeds“, radioaktive Strahlenquellen, die eingeführt werden. Eine Strahlentherapie umfasst mehrere Dutzend Sitzungen. Sie wird ambulant durchgeführt. Bestrahlung wird eingesetzt, wenn der Patient zu schwach für eine OP ist oder sich der Krebs über die Prostata hinaus ausgebreitet hat. Nachfolgend stellt sich oft Impotenz ein. Harninkontinenz ist seltener.

Chemotherapie

Die Chemotherapie hält die Ausbreitung des Krebses vorübergehend auf. Sie wird eingesetzt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Damit der Krebs im Zaum gehalten werden kann, muss die Dosierung der Medikamente nach und nach erhöht werden. Das geht so lange, bis die Nebenwirkungen so schwer werden, dass die Therapie abgebrochen werden muss.

Experimentelle Prostata Therapie

Es gibt eine Menge interessanter Ansätze. Mediziner versuchen, die Krebszellen durch Hitze, Kälte, Ultraschall, UV-Licht oder andere Methoden zu zerstören. Diese Methoden sind zwar sanft, haben aber den Nachteil, dass es keine Gewissheit gibt, ob alle Krebszellen beseitigt wurden. Selbst wenn nur wenige übrig bleiben, wird das Karzinom bald wieder wachsen. Wegen ihres zweifelhaften Erfolgs übernehmen die Krankenkassen die Kosten der OP nicht. Patienten müssen den Betrag von mindestens 20.000 EUR aus eigener Tasche bezahlen.

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Erkrankungen der Prostata mit ihren spezifischen Therapien. Sie haben eine hohe Erfolgsquote, vorausgesetzt dass die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert wird. Sie können den Heilungserfolg unterstützen, indem Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Quellen und weiterführende Links:
eigene Erfahrungen von einer radikalen Prostatektomie und einer Strahlentherapie
https://de.wikipedia.org/wiki/Prostata

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